Archiv derApril 1st, 2009

 
Apr
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Metzeler Moto – Technik-Treffen Lektion 2

Geposted (Mr. Wheel) in BikerTechnik am April -1-2009

Liebe Freunde, heute findet also unser zweites Treffen statt!

Wie ihr ja alle sehr gut wisst, ist es die Innovation, die den Unterschied macht, vor allem in der Welt der Motorradrennen. Das bedeutet, dass die Reifen Charakteristiken aufweisen müssen, die es erlauben, die Leistungen der neuen Rennmotorräder zu optimieren. Metzeler hat einen ständig aktiven „Forschungs- und Entwicklungsbereich“, und was lag da näher, als die von uns entwickelte INTERACT™ Technologie – die jüngste Entwicklungsstufe der 0°-Stahlgürtel-Bauweise – auch für den neuen RACETEC Interact anzuwenden und an dessen Anforderungen anzupassen.

Ich werde versuchen, mich deutlich und knapp auszudrücken. Viele von euch wissen schon, dass 1. die Aufspultechnik des 0°-Stahlgürtels eine homogene Druckverteilung garantiert und die bestmögliche Leistung in jeder Schräglage gewährleistet; 2. die Reifenmitte es erlauben muss, dass sich beide Reifen bestmöglich mit dem Asphalt verzahnen (wichtig bei der Beschleunigung und beim Bremsen); 3. die Aufstandsfläche so groß wie möglich sein sollte. Eine geringere Gürtelspannung im Bereich der Reifenmitte sorgt für höhere Flexibilität und somit für eine bessere Aufnahme der Energie: Der Reifen haftet besser auf dem Asphalt, da die Aufstandsfläche größer ist.

Zweitens. Wenn der Reifen auf der Rennstrecke in Schräglage geht, ist er einem hohen Druck ausgesetzt (Gewicht des Motorrads und die Zentrifugalkraft), daher besteht die Notwendigkeit, in den Reifenschultern eine höhere Steifigkeit des Gürtels zu gewährleisten, die wiederum eine hohe und gleichmäßige Druckverteilung in der Aufstandsfläche gewährleistet: Dadurch erreicht man, dass die Kurvenlinie immer präzise bleibt, auch bei den schnellsten Kurven. Die stufenlose Variation der Stahlgürtelspannung ermöglicht eine homogene Performance über die gesamte Reifenkontur und verhindert jede Art von „Stufen-Effekt“, der teilweise typisch für Multicompound-Konstruktionen ist.

Bei allen Erklärungen dürfen wir allerdings nicht vergessen, dass die INTERACT™ Technologie nicht nur die Reifenstruktur betrifft, sondern auch die Laufflächenmischung und die „INTERAKTION“ zwischen diesen beiden Komponenten. Für den neuen RACETEC Interact wurde die jüngste Generation von Laufflächenmischungen mit einer geringen thermo-plastischen Elastizität angewendet. Das bedeutet, dass Materialien ausgewählt wurden, die auch bei niedrigen Temperaturen einen hohen Verschleiß verhindern und es ermöglichen, schnell das Gas aufzudrehen.

Für die Piloten bedeuten diese Innovationen ein schnelleres Warm-up und besseren Grip, aber vor allem optimale Fahrleistungen nicht nur während der Proberunde, sondern während des gesamten Rennens.

An diesem Punkt liebe Leute frage ich Euch … wollt ihr lieber etwas über die Wahl der Laufflächenmischungen des neuen RACETEC Interact erfahren, oder berichte ich mehr über die INTERACT™ Technologie, die auch im Bereich Sport Touring für den Roadtec Z6 Interact angewandt wurde? Ihr habt die Wahl! Wenn ihr Fragen habt, oder ich irgendetwas nicht deutlich erklärt habe, denkt daran: ich stehe euch jederzeit zur Verfügung!

Bis zum nächsten Mal!

[1] Reifenmitte: der in Relation zu den Reifenschultern mittlere Bereich des Profils (der Bereich, der sich beim Geradeausfahren immer im Kontakt mit der Oberfläche befindet)
[2] Die einzelnen Stahlgürtel bilden den 0°-Stahlgürtel, so genannt, weil er genau in Richtung der Reifenrotation aufgespult ist (sprich im 0°-Winkel).