Husqvarna – wie Phoenix aus der Asche
Hallo Freunde, bei meinem letzten Italien-Trip habe ich einen Boxenstopp in der Nähe von Varese eingelegt – bei einer interessanten Firma: Husqvarna.

Husqvarna: Die Marke fähr heute wieder bergauf.
Die Geschichte der schwedischen Traditions-Marke hat 1903 begonnen – noch drei Monate vor Harley-Davidson – mit der Ausstattung eines Fahrrades mit einem 1,5 PS starken Einzylinder-Motors, welches mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h bewegt werden konnte. Bereits 1916 errang man den ersten Sieg bei einem der bekanntesten Enduro-Rennen der damaligen Zeit.
1921 wurde dann das erste Fahrzeug mit einem 550ccm Zweizylinder-Motor komplett in Schweden gebaut, mit wachsendem Erfolg: Zwischen 1938 und 1954 setzte man über 60.000 Fahrzeuge ab.
In den Fünfziger Jahren wurde auch der 175ccm-Einzylinder-2-Takt-Motor mit 9 PS vorgestellt, eingebaut in ein damals Bahn brechendes Fahrzeug mit Telegabel und hydraulischen Dämpfern.
In den Sechziger und Siebziger Jahren wurde die Marke dann Kult: Vor allem die Eroberung des amerikanischen Marktes, die Rolle in dem legendären Offroad-Film “On Any Sunday” und der Name Steve McQueen, der mit einer “Huskie” fuhr, sorgten für Erfolge und Prestige.
Der Leidensweg Husqvarnas begann Anfang der Achtziger Jahre, nachdem 1979 der Konzern Electrolux die Marke gekauft hatte. Die Entwicklung stoppte; der gute Ruf litt. 1986 ging die Marke zur Cagiva Group nach Italien über; wenige Jahre später wurde Cagiva mit MV Agusta vereint.
Seit 1996 liefen die “Huskies” unter dem Dach der MV Agusta-Gruppe vom Band weiter in Varese/Italien vom Band – mit veränderter Technik: In 2002 bis 2004 kam wieder eine Generation von 4-Takt-Modellen auf den Markt.
Doch das Image der Marke war beschädigt: Weiterentwicklungen waren nicht in Sicht, die Motorenentwicklung saß bei MV Agusta, getrennt von der Fertigung und der Rennabteilung. Die Qualität war in Frage gestellt; auf Ersatzteile musste man bei Husqvarna teilweise monatelang warten.
Nicht wenige in der Szene haben Husqvarna damals ein baldiges Ende vorausgesagt. Falsch gedacht.
Die Schieflage hat sich geändert durch die Übernahme von Husqvarna Motorcycles durch BMW Motorrad im Oktober 2007. Die Bayern haben am Stammsitz der Marke in Varese am Comer See ein neues Fertigungsgebäude mit angeschlossener R&D-Abteilung, einem Designzentrum und einen modernen Motorenprüfstand aus dem Boden gestampft. Kostenpunkt: zwischen 40 und 50 Mio. Euro.
Eine völlig neue Generation von Fahrzeugen ist inzwischen auf den Markt gekommen. Die Modelle 2009 wurden von Grund auf neu entwickelt und auch für die kommenden Messen in Köln (Intermot) und Mailand (EICMA) zu Ende dieses Jahres sind weitere Neuigkeiten zu erwarten. Ich habe einiges im Werk und in der Designabteilung gesehen, das definitiv für Furore sorgen wird …
Aber auch jetzt schon kann man sagen: Offroad ist Husqvarna heute wieder quasi ein Synonym für Qualität – und Erfolg. Inzwischen sind es rund 70 Weltmeistertitel, die die Marke für sich verbuchen kann. Weiter so, Jungs!
Und hier als Schmankerl noch eine Slideshow vom Besuch mit Fotos aus der neuen Fertigungshalle. Enjoy!
















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