MV Agusta hat neuen Besitzer – Claudio Castiglioni kauft Edelschmiede zurück
Der italienische Hersteller MC Agusta hat einen neuen Besitzer: Der ehemalige Inhaber der italienischen Edelmarke, Claudio Castiglioni, hat am vergangenen Freitag nach langwierigen Verhandlungen den Kaufvertrag mit Harley-Davidson unterschrieben.
Harley-Davidson hatte die Marke und die Produktionsstätten der MV Augusta Group im norditalienischen Varese im August 2008 für rund 70 Millionen Euro gekauft, um mit dem Flair und der Technik der Italiener sein Image auf dem europäischen Markt zu verjüngen.
Harley war allerdings im Anschluss durch die Auswirkungen der Finanzkrise unter Druck geraten und hatte beschlossen, sich durch die Schließung der Tochter Buell und den zügigen Wiederverkauf von MV Agusta auf das Kerngeschäft Harley-Davidson zu konzentrieren.
Jetzt hat MV Agusta einen neuen – und zugleich alten – Besitzer gefunden: Bereits 1992 hatte die Castiglioni-Gruppe (mit der Marke Cagiva) den Hersteller in Varese erworben, um ihn wenige Jahre später an die malaysische Proton-Gruppe abzugeben. Harley hatte MV Agusta dann 2008 eingekauft – mit dem jetzigen Käufer Castiglioni als Präsident.

(c) MA Agusta, Giovanni und Claudio Castiglioni
An Bord holt die Castiglioni-Gruppe (mit dem alten Mentor Claudio Castiglioni und Sohn Giovanni Castiglioni) mit dem Rückkauf von MV Agusta auch ein bewährtes Team: Die Motorenentwicklung – die bisher im Schwerpunkt auf dem Spitzenmodell F4 mit einem bewährten Vierzylinder basiert – soll um einen Dreizylinder-Antrieb erweitert werden. Das neue Triebwerk soll von dem ehemaligen Ducati-Entwickler Massimo Bordi vorangetrieben werden.
Auch über eine Rückkehr der Design-Ikone Massimo Tamburini wird spekuliert: Er hat das Superbike MV Agusta F4 gezeichnet, das 1997 in den traditionellen Farben rot und silber vorgestellt worden war. Tamburini hatte Anfang des Jahres MV Agusta nach einem Zerwürfnis mit den amerikanischen Managern vor Ort verlassen.
Mit der neuerlichen Übernahme durch die Castiglioni-Familie bleibt MV Agusta das Schicksal der italienischen Marke Moto Morini erspart. Moto Morini war erst vor wenigen Wochen nach gescheiterten Übernahmeverhandlungen mit Paolo Berlusconi, dem Bruder des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und Inhaber der Roller-Marke Garelli, in die Insolvenz gegangen.
















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