Scheitert Mopedführerschein mit 15 am Veto von Minister Ramsauer?
Knapp 19.000 Personen haben sich bisher an der »bike und business«-Online-Petition „Sag Ja zu Moped und Motorrad“ beteiligt, die eine Reform der Zweiradführerscheine und den Mopedführerschein (AM) mit 15 Jahren unterstützt.
19.000 Leute, die das online unterstützt haben, eine stattliche Zahl. Doch anscheinend stößt der Appell im politischen Berlin auf taube Ohren.
Im Kern fordern »bike und business« zusammen mit Fachverbänden und dem IVM (Metzeler ist Mitglied im IVM), dass Leichtkrafträder bis 125 ccm der Klasse A1 wieder in die Führerscheinklasse für Pkw eingebunden werden und das Mindestalter für den Kleinkraftrad-Führerschein – und damit das Fahren bis 45 km/h – auf 15 Jahre sinkt.
Nach den letzten Stellungnahmen von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer – der alle Argumente pro und contra „sorgfältig abgewogen“ haben will – sei die Gefährdung von Verkehrsnovizen durch die von der Zweiradbranche geforderte Liberalisierung zu hoch. Auch der ADAC zeigt sich skeptisch: In der jüngsten Ausgabe der „ADAC Motorwelt“ wird auf Erfahrungen aus Österreich verwiesen – und die seien negativ: Die Zahl der Verunglückten sei exorbitant gestiegen.
Dass dabei mit unklarem Zahlenmaterial und unpassenden Statistiken gearbeitet wird, darauf verweist nun »bike und business«: „Den neuen Mopedschein mit 15 in Österreich gibt es erst seit September 2009. Gesicherte Vergleichszahlen liegen gar noch nicht vor! Herangezogen wird Zahlenmaterial von 2000 bis 2007, wo die Zahl der Verunglückten 15-jährigen von 50 auf fast 1800 pro Jahr gestiegen sei – also auf das 36-fache! Die Rede ist von „verkehrspolitischem Fiasko“, „Harakiri“ und weiteren Superlativen, die den Menschen in unserem Land den Mopedschein für 15-jährige als eine regelrechte Todesfalle für Jugendliche präsentieren.“
Stepahn Maderner, Chefredakteur des Branchen-Fachblattes, schreibt weiter: „Die Branche fordert und verlangt vom neuen Mopedführerschein eine fundierte Ausbildung in Theorie und Praxis, die junge Leute sachgemäß und verantwortungsvoll in die komplexen Verkehrssituationen der modernen Industriewelt vorbereitet.“
Es gäbe, so Maderner, „ein starkes Argument gegen die Blockade des Mopedscheins mit 15: 17-jährige, die den Pkw-Führerschein in der begleiteten Version gemacht haben, dürfen schon ab 2011 gänzlich unbegleitet einen Roller, ein Moped oder ein Quad fahren. Ohne jemals zuvor auf einem solchen Gefährt gesessen zu sein, geschweige denn Fahrschulstunden oder entsprechende Theoriekenntnisse zu besitzen. Ist das sicherer als eine fundierte Ausbildung mit 15?“
Um zu verhindern, dass der Führerschein mit 15 in den politischen und Lobby-Untiefen verschwindet, überlegt die Allianz für die Liberalisierung nun, nicht nur Online über die erfolgreiche Petition (die noch bis zum 24. September läuft, also mitmachen) mobil zu machen: „ Eine Sternfahrt nach Berlin.
Erste Überlegungen gibt es bereits. Aufgerufen sind alle deutschen Zweiradfans – Endverbraucher, Händler, die Industrie und alle aufrechten Medien -, die gegen politische Willkür und Gedankenwirtschaft in unserem Land protestieren. Aufgesattelt und per Zweirad in die Hauptstadt, um das Abstimmungsergebnis der Menschen persönlich im Ministerbüro abzugeben und die Reform einzufordern. Tun wir unsere Meinung kund und ziehen gemeinsam an der rechten Gashand!“
Quelle: bike und business
















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