Husqvarna Nuda 900: Unikat zwischen Naked-Sportler und Supermoto

 

Husqvarna hat am Donnerstag in Sardinien der deutschen Fachpresse die neuen Straßenmodelle Nuda 900 und 900 R vorgestellt. Die neuen Nackten sollen die Lücke zwischen Naked Sportler und Supermoto füllen. Hier erste Eindrücke und die Bilder.

 

 

In der Nuda 900 als auch in der sportlicheren Nuda 900 R schlägt das gleiche Herz: ein auf 900 Kubik erweiterter Zweizylinder-Motor gebaut bei Rotax, der bereits in den BMW F 800 Dienst tut.

 

Doch vergleichbar sind die beiden Aggregate nicht. Die Husqvarna-Neukonstruktion hat mehr Bohrung, längerer Hub, vollkommen neue Zylinderköpfe, höhere Verdichtung, größerer Ventildurchmesser – die Charakteristik und der Sound der beiden Maschinen sind völlig verschieden.

 

Beide Nudas – sie unterscheiden sich u.a. in Farbgebung, Übersetzung und anderen Komponenten wie Federbeinen und Gabeln – haben im Vergleich zu den BMW-Fahrzeugen wesentlich mehr Durchzug schon in tiefen Drehzahlbereichen, linearere Kraftabgabe, eine Spitzenleistung von 105 PS bei 8.500 rpm und ein maximales Drehmoment  von 100 Nm bei 7.000 rpm.

 

Die Nuda – bereift mit Metzeler Sportec M5 Interact sowohl in der schwarzen 900 als auch in der rot-weißen 900 R-Ausführung – steckt die kräftigen Schläge dieses  Herzstücks locker weg: Der Rahmen, im Kern übernommen aus dem BMW-Arsenal, hat einen neuen Hinterbau und ist im Frontbereich um 5 cm gekürzt. In beiden Maschinen ist jeweils eine Sachs-Gabel verbaut, wobei die R-Version voll einstellbar ist. Als Federbein dient bei der R ein Öhlins-Bauteil; bei der Standard-Ausführung kommt eine Sachs-Federbein zum Einsatz.

 

Wesentlichster Unterschied im Fahrbetrieb sind die Bremsen am Vorderrad: An beiden Modellen arbeiten Brembo-Anlagen, wobei die Brembo-Monoblocs an der R extremst bissig sind.

 

Im Grunde habe sich Husqvarna – so die ersten telefonischen Fahr-Eindrücke – drei Zielgruppen mit der Nuda vorgenommen, ohne die sportlichen Firmen-Gene verleugnen zu wollen:

 

- Überläufer aus der Supermoto-Szene, die einen Straßentauglicheren Eckenflitzer suchen

 

- Aussteiger aus der Naked-Fraktion, die endlich mit einem breiten Lenker und aufrecht sitzend forsch unterwegs sein wollen

 

- Sportliche Fahrer, die ihr Fun-Bike gelegentlich mit Koffer und Tankrucksack auf längeren Touren ausführen  wollen

 

Ob diese Dreifach-Nutzung bei den Käufern ankommt, werden die ersten Praxistests und die Erfahrungen mit dem vergleichsweise geringen Windschutz und der harten SUMO-Sitzbank zeigen – die beiden Nudas sind ab Anfang 2012 bei den Händlern, zum Preis von 9.990,00 Euro bzw. 11.590,00 Euro.

 

 

Mehr Infos zu den beiden neuen Husqvarna Modellen hier.

 

 

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